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Wichtig: Beginnend mit dem 04.12 erscheint 2+2+10 immer im Verlauf des Dienstags.

2+2+10, die seit der Eishockeyweltmeisterschaft 2001 auf Hockeyweb.de erschienene Eishockeykolumne von Björn Brehe , ist seit November 2001 Bestandteil von Hockeyarenas.com.

Nicht jedes Wort der Kolumne sollte auf die Goldwaage gelegt werden. Zwar versucht die Sportberichterstattung in Deutschland meistens zu implizieren, dass das über den Sport geschriebene Wort stocktrocken zu sein hat, aber Ausnahmen bestätigen schließlich die Regel.

Viel Spaß mit der jeden Dienstag neuen Ausnahme,

das (stets diskussionsfreudige) Hockeyarenas.com-Team

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23.01.2002
Björn Brehe, bjoern2711@aol.com

Eine weitere ereignisreiche Woche des Eishockeys, in der es an Diskussionsstoff, Überraschungen, Enttäuschungen und tollen Spielen nicht gemangelt hat, ist vorbei. Eine Frage bleibt nach alledem offen: Wer hat sich in dieser Woche am lächerlichsten gemacht ?

1.Drittel: War es vielleicht Willi Schimm, der am Freitag in Düsseldorf eine seiner grandios schlechten Vorstellungen abgeliefert hat oder eventuell Hans Zach, der wieder einmal einen verbalen Rundumschlag zu verantworten hat ? Nein, dieses Mal hat ein ganz anderer den Spitzenplatz belegt und wird dafür mit 2+2+10 bestraft. Die Rede ist von einem Krefelder Funktionär namens Fabel. Doch der Reihe nach: Willi Schimm lief am Freitag zur Höchstform auf, als er einen DEG Treffer zum 2:0 nicht gab, dafür aber Leo Stefan auf die Strafbank schickte. Das wäre ja auch überhaupt kein Problem, wenn er dafür einen angemessenen Grund gehabt hätte, aber den gab´s nicht. Hans Zach hat sich darüber beklagt, daß es zweit und drittklassige Ausländer in der Liga gäbe und das man aus diesem "Schrott" Mannschaften machen müsse. Nein, nein, nein, das muß man nicht. Es wird nämlich niemand gezwungen, schlechte Ausländer zu verpflichten. Oder hat es damals eine Verschwörung auf höchster Ebene gegeben, die Kassel dazu gezwungen hat, Scott Levins zu holen ? Wahrscheinlich nicht. Hat Otto Schily angerufen und gesagt: "Wenn schon Ausländer, dann wenigstens den großen, der nicht laufen kann." Sicher nicht.

Leute mit Sachverstand und guten Kontakten, die einen Spieler vorher genau unter die Lupe nehmen und aus verschiedenen Quellen Informationen hereinholen, werden selten auf die Nase fallen. Wenn man allerdings nur auf eine Person hört oder seine Neuzugänge nach Statistiken auswählt, bekommt man schnell ein Problem. Hast Du das getan, Hänschen ? A propos zweit- und drittklassige Ausländer, was ist denn mit den dritt- und viertklassigen deutschen Spieler, die man alibimäßig im Kader hat ?

Die beste, beinahe fabelhafteste Story der Woche bot uns aber der KEV Funktionär namens Fabel. Die "4 Spiele + 2 auf Bewährung" Strafe gegen Jeff Christian sei doch deutlich zu hoch, machte dieser Mann auf mehr als mißverständliche Art und Weise klar. Da muß man sich doch wirklich fragen: Hat der Mann ein Verhältnis mit Christian und wird nur "bedient", wenn der gute Jeff vorher auf´s Eis durfte, um heiß zu werden, hat diese Person sein erstes Eishockeyspiel gesehen und kennt die Regeln nicht oder ist er einfach nur ein verblendeter Trottel ? Ich würde mal auf Letzteres tippen, aber sicher bin ich mir dessen nicht.

Was für einen tollen Einstand hatte eigentlich Pierre Page, der jetzt neuer Trainer bei den Eisbären ist ? Zwei Spiele, zwei Siege und dabei wurde auch noch die Erfolgsserie der Mannheimer auf deren Eis geknackt. Respekt. Vielleicht war das ein Trainerwechsel zum richtigen Zeitpunkt, denn eigentlich sollten die Berliner mit ihrem Team zumindest für Platz 8 gut sein und der ist noch lange nicht sicher. Da auch die Kassel Huskies wieder gepunktet haben, geht´s den Kölner Haien ganz dreckig.

2.Drittel: In Düsseldorf lacht man sich bei drei Punkten Vorsprung und einem Spiel weniger über den Erzrivalen tot, aber darüber sollten sich die Thunfische momentan weniger Gedanken machen. Wie kommt man sicher in die Playoffs ist die einzige Frage, die es zu beantworten gilt. Wenn es in den nächsten drei Spielen nicht mindestens zwei Siege gibt, darf darauf wohl während der Olympia Pause ein neuer Coach eine Antwort finden, auch wenn das extrem teuer wird. Bei nur noch einem Punkt Vorsprung auf Platz 9 ist die Situation wirklich akut, denn Lance Nethery ist an der Krise nicht allein schuldig und ein neuer Trainer gewinnt auch nicht unbedingt mal eben vier, fünf Spiele in Folge. Ob es überhaupt ein Verlust wäre, die Haie nicht in den Playoffs zu sehen, ist eine ganz andere Frage. Sie haben sicherlich talentiertere Stürmer als die meisten anderen Vereine, aber dafür gibt es auch wiederum Clubs, die im Tor, aber vor allem in der Verteidigung deutlich besser besetzt sind. Ich denke da gerade an Krefeld, Mannheim und Nürnberg, deren Verteidiger den Namen nach doch mindestens eine ganze Klasse besser sind.

Was die Krise bei den Kölnern noch schmerzlicher macht, ist die Tatsache, daß es bei der DEG derzeit hervorragend läuft. Obwohl man sicherlich den deutlich billigeren Kader im Vergleich zu den Domstädtern hat, steht man vor ihnen und kann heute Abend sogar den fünften Tabellenrang erobern. Sechs Spiele haben die Düsseldorfer gewonnen, die sich ihrer Sache aber nicht zu sicher sein sollten. Die Playoff Teilnahme ist noch lange nicht in trockenen Tüchern, das Restprogramm ist schwer und man darf gar nicht darüber nachdenken, was passieren würde, wenn Magnussen oder Trefilov (links im Foto) mal längerfristig ausfallen. Die DEG, die übrigens in den letzten drei Heimspielen kein Gegentor kassiert hat, stand bei Premiere World für heute, Freitag und Sonntag auf dem Programm. Das ist sicherlich ein bißchen zuviel des Guten, aber warum wurde gerade das Auswärtsspiel in Krefeld gestrichen ? Stattdessen gibt´s Kassel – Schwenningen. Gut, die Kasseler sind im Playoff Kampf, aber das ist auch wirklich das einzig interessante an diesem Match.

Dumm gelaufen ist auch die Nominierung zum DEL All Star Team. Jede Mannschaft soll dort mindestens einen Spieler aufbieten können, aber was hat das Ganze dann noch mit einem richtigen All Star Team zu tun ? Wenn beispielsweise Stürmer wie Brandner oder Magnussen fehlen, hat man dem Sport jedenfalls wieder einmal keinen Gefallen getan.

3.Drittel: Es vergeht in der NHL momentan keine Woche, ohne daß irgendein Spieler einen Meilenstein setzt. In der letzten waren es mit Brett Hull, Luc Robitaille und Steve Yzerman gleich drei Stürmer der Detroit Red Wings, die etwas Außergewöhnliches geleistet haben. Brett überholte seinen Vater Bobby in der Kategorie "Game Winning Goals", Robitaille ist jetzt nach erzielten Toren erfolgreichster Linksaußen der Geschichte und Steve Yzerman kam zu seinem 1000.Assist. Glückwunsch !

Mario Lemieux hat gestern bereits zum zweiten Mal nach seinem Comeback ganz groß aufgetrumpft und ist zu vier Punkten in einem Spiel gekommen. Das läßt auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele einiges hoffen, denn gerade Spieler wie er, können dem Eishockeysport neue Fans und Zuschauer einbringen.

Jedes Jahr gibt irgendeine Zeitschrift eine Liste der besten Sportstädte Nordamerikas heraus. Dort ist immer viel Lächerliches dabei, aber im Moment wäre eine aktuelle Rangliste sicherlich ganz einfach. Auch wenn New York an verschiedenen Teams wohl für immer die Nr.1 sein wird, ist St.Louis ganz vorne, wenn es um Qualität geht. A propos New York, wie viele Spiele haben die Rangers jetzt eigentlich in Folge verloren ? Neun ? Pittsburgh hat Lemieux, die Rangers Lindros. Trotzdem sind das beides Teams, die wirklich niemand in den Playoffs braucht, aber zurück nach St.Louis. Die Blues haben zur Zeit einen phantastischen Lauf und konnten einen vereinsinternen Rekord für die meisten Siege in Folge aufstellen. Doch das Hauptinteresse gilt momentan dem Football Team, den Rams, was auch völlig in Ordnung ist. "The greatest show on earth" verdient diesen Titel mit Sicherheit, aber er beschreibt nur annähernd, wie gut diese NFL Mannschaft ist. Diese Rams bestehen nicht nur aus Warner, Faulk, Bruce und Holt, sondern auch aus einer tollen Defense, die den am Sonntag schwachen Brett Favre ganz, ganz schlecht hat aussehen lassen.

Football ist schwer mit Eishockey zu vergleichen, da es viel weniger Spiele gibt und in den Playoffs ein Spiel über das Weiterkommen entscheidend, aber einer Sache bin ich mir sicher: Wenn es ein NHL Team gäbe, daß so gut wäre, könnte man von einer Dynastie wie der Canadiens, Oilers oder Islanders wieder träumen, aber das wird es im Eishockey wohl nie wieder geben.

Zum Schluß: Viele Leute meinen, Angela Merkel hätte als Frau gegen Gerhard Schröder im Wahlkampf eine Chance. Ich meine: Angela Merkel hätte als Angela Merkel gegen Schröder keine Chance, doch eins scheint sicher: Wer diesen stotternden Bayern namens Stoiber wählen will, sollte aus dem Wahlzettel lieber einen Papierflieger bauen. Schlußsirene.

Absolute Spitze: Düsseldorfer EG, Pierre Page, Steve Yzerman, Luc Robitaille, Brett Hull, Mario Lemieux, St.Louis Rams.

Schlechte Witze: Hans Zach, Fabel, Kölner Haie, Edmund Stoiber, New York Rangers, Brett Favre.

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Kolumne geschrieben von:

Björn Brehe, bjoern2711@aol.com