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Wichtig: Die nächste Ausgabe von 2+2+10 erscheint am kommenden Mittwoch bzw. Donnerstag!

2+2+10, die seit der Eishockeyweltmeisterschaft 2001 auf Hockeyweb.de erschienene Eishockeykolumne von Björn Brehe , ist seit November 2001 Bestandteil von Hockeyarenas.com.

Nicht jedes Wort der Kolumne sollte auf die Goldwaage gelegt werden. Zwar versucht die Sportberichterstattung in Deutschland meistens zu implizieren, dass das über den Sport geschriebene Wort stocktrocken zu sein hat, aber Ausnahmen bestätigen schließlich die Regel.

Viel Spaß mit der jeden Dienstag neuen Ausnahme,

das (stets diskussionsfreudige) Hockeyarenas.com-Team

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24.04.2002
Björn Brehe, bjoern2711@aol.com

Die Überraschung ist perfekt ? Wer hätte das gedacht ? Ich kann es immer noch nicht glauben. Wie konnte das eigentlich passieren ?

1.Drittel: Ganz genau: Edmund Stoiber hat zugegeben schon einmal einen Döner gegessen zu haben, was ihm glatt 30% seiner Stammwähler gekostet hat. Nee, war´n alter Witz, habe ich, glaube ich, schon einmal gebracht, irgendwas Besonderes ist aber doch in den letzten Tagen passiert, oder ? Mir fällt es einfach nicht ein: Mmmh, Die Überschrift: "Katharina Witt hat kein Glück mit Männern" ( oder so ähnlich ) habe ich heute gelesen. Wie soll sie auch, wenn sie mich noch nie getroffen hat ?

Darüber wollte ich eigentlich auch nicht schreiben. Ach natürlich, Eishockey: Die Kölner Haie sind Deutscher Meister geworden ! Da ist doch mal ein Glückwunsch fällig, oder ? Ich finde nein. Ein anerkennendes Kopfnicken ist berechtigt, aber mehr auch wirklich nicht. Den Fans ist es zwar eigentlich zu gönnen, da sie mit einer Mannschaft, die zu den teuersten der Liga gehört, lange um die Playoffs zittern mußte. Aber: War dieser Titel aber im Endeffekt wirklich verdient ? Ihn als unverdient zu bezeichnen wäre sicherlich falsch, da sie nun einmal neun Partien in den Playoffs gewonnen haben, was in der DEL zwangsläufig zur Meisterschaft führt, aber man darf auch ruhig mal erwähnen, wie ungeheuer viel Glück sie in den letzten Wochen hatten. Eingeleitet haben sie dieses Glück aber selbst, indem sie Lance Nethery feuerten. Man kann hin und herspekulieren, aber mit ihm wäre die Chance sehr groß gewesen, die Playoffs zu verpassen. Am Ende sicherte man sich einen Platz unter den ersten Acht am vorletzten Spieltag und durfte schließlich als Sechster in die Playoffs gehen. Dort traf man zuerst auf eine Krefelder Mannschaft, die man in drei engen Spielen im Viertelfinale verdient rauswarf. Wer aber waren diese Krefelder ? Waren das die gleichen Pinguine, die in der Vorrunde so hervorragend gespielt haben und eine Zeit lang fast unschlagbar erschienen ? Nein, ganz bestimmt nicht. Das Topduo Brandner und Purdie war ungefähr zwei Klassen schlechter, Fichaud hatte zwischen den Pfosten auch nicht gerade eine Weltklasseform und viele Fehler, wie ausgelassene Chancen führten so zum schnellen "Aus".

Im ausgeglichenen Halbfinale gab´s dann einen Erfolg gegen die Barons, weil man am Ende des fünften Spiels im Penaltyschießen die Nase vorn hatte und im Finale hat man irgendwie gegen die eigentlich besseren Mannheimer gewonnen.

2.Drittel: Im wiederum fünften Spiel hatten die Adler zwischendurch eine Torschußbilanz von 20:4, direkt nach dem 1:0 hatten Racine, Stevens und Bergen mit einem Pfostenschuß Riesenchancen zu erhöhen, was vielleicht schon mehr als die Vorentscheidung gewesen wäre... .

Ich denke auch, daß die Mannheimer sich nach dem souveränen Sieg im ersten Spiel schon etwas zu sicher waren. Vielleicht hatten die Adler auch von vornherein keine Chance, da der Eishockeygott festgelegt hat, daß die Haie halt Meister werden, wenn sie als Sechster in die Playoffs gehen. Gleiches gelang ihnen ja schon 1995 und nun ist es an Hans Zach die Mannschaft so durch die nächste Saison zu führen, daß sie wieder auf dem gleichen Platz landen. Schneiden sie besser ab, gibt´s bestimmt wieder eine peinlich Viertelfinalniederlage gegen einen krassen Außenseiter. Irgendwie tut mir Zach aber bezüglich seiner neuen Aufgabe etwas leid. Die Fans werden sich in Köln nicht damit zufrieden geben, "Zerstörungseishockey" zu sehen und wenn´s dann mal drei Niederlagen in Folge gibt, werden alle von Rich Chernomaz schwärmen und sich wünschen, daß Zach von Anfang an einen 30-Jahres Vertrag in Kassel unterschrieben hätte.

So, loben muß ich aber noch die wichtigsten Personen bei den Haien: Rich Chernomaz, Chris Rogles, Mirko Lüdemann, Jason Young und Dwayne Norris. Ohne sie wäre der Titel unmöglich gewesen. Irgendwie ist es auch schön zu wissen, daß Corey Millen einen Titel geholt hat, da er jetzt wohl endlich seine Karriere beenden wird. Nie mehr dieses dumme Grinsen, nie mehr seine lächerliche Unschuldsmine, wenn er nach einem dämlichen Stockschlag auf die Strafbank mußte. Nie mehr Millen, ja das tut gut.

Auf die WM kann man sich eigentlich richtig freuen. Wenn man Anhänger des DEB Teams ist, muß man dieses Jahr endlich nicht um den Klassenerhalt zittern. Vielleicht ist ja sogar mal das Halbfinale drin. Gestern gegen die Amis haben die Jungs jedenfalls einmal mehr überzeugt. Sicher, Team USA gehört nicht zu den Favoriten, sie haben das erste Mal zusammen gespielt und aus der NHL ist dort mit zwei Ausnahmen nur das schlechteste vom schlechten vertreten, aber die muß man trotzdem auch erst einmal 5:3 schlagen.

3. Drittel: 5:3 war übrigens auch das Ergebnis des Tages, denn so siegten die Montreal Canadiens gegen die Boston Bruins. Mittlerweile sind nach drei tollen Spielen in dieser Serie 25 Tore gefallen. Das hätte wohl niemand erwartet und zudem führen die Canadiens als Achtgesetzter auch noch mit 2:1 Partien. Nach der gestrigen Begegnung, in der die Habs in einem grandiosen Schlußdrittel aus einem 1:3 ein 5:3 machten kann man sich nur "mehr davon" wünschen. Bitte liebes Premiere World Team: Zeigt uns Montreal – Boston !

Die anderen Playoff Paarungen sind zwar auch allesamt sehr interessant, aber irgendwie fallen da insgesamt nicht gerade besonders viele Tore. Allen voran die Flyers und die Blackhawks scheinen irgendwie riesige Probleme zu haben.

Während Koivu, Audette, Zednik ( in drei Spielen zusammen 16 Punkte ! ) und Co. ordentlich durch die Abwehr der Bruins wirbeln, kriegen Oates, Recchi, Gagne und Co. einfach nichts geregelt. Die Ottawa Senators sind sicherlich ein starker Gegner und Patrick Lalime ist momentan recht gut drauf, aber will man denn wirklich zum vierten Mal in fünf Jahren in der ersten Runde die Segel streichen ? Schön wär´s eigentlich, da die Kanadier es eigentlich auch endlich mal verdient hätten, am Ende unter den Top 4 im Osten zu sein.

Von der Abschlußschwäche Chicagos profitieren die St.Louis Blues, die nach der Niederlage in Spiel 1 die nächsten drei in Folge ohne Gegentreffer gewonnen haben. Ohne Gegentreffer ? Ja richtig. Der junge Brent Johnson sammelte drei Shutouts in Folge, was es seit 1945 nicht mehr gegeben hat.

Äußerst spannend ist auch die Serie zwischen den Detroit Red Wings und den Vancouver Canucks. Zuerst gibt der große Favorit zuhause beide Spiele ab und anschließend landen Yzerman und Co. zwei Siege in Vancouver. Unglaublich, Wahnsinn ! Gleiches gilt für das Comeback von Peter Forsberg. Der Schwede hatte zwar nicht wie Saku Koivu eine Krebserkrankung zu überstehen, sondern nur eine Fußverletzung, aber trotzdem ist seine Leistung mehr als respektabel. Schade ist dabei nur, daß Colorado mit ihm wesentlich größere Chancen hat ins Stanleycup Finale zu kommen. Ich will sie nicht schon wieder dort sehen. Wie wäre es mit Vancouver – Montreal ? Schlußsirene.

Absolute Spitze: Montreal Canadiens, besonders Saku Koivu, Vancouver Canucks, Ottawa Senators, Brent Johnson, Peter Forsberg, Patrick Lalime, Das DEB Team, Rich Chernomaz, Chris Rogles, Mirko Lüdemann, Jason Young und Dwayne Norris.

Schlechte Witze: Chicago Blackhawks, Philadelphia Flyers.

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Kolumne geschrieben von:

Björn Brehe, bjoern2711@aol.com