disclaimer


2+2+10, die seit 
der Eishockey-
weltmeisterschaft 2001 auf
Hockeyweb.de erschienene 
Eishockeykolumne von
Björn Brehe
ist seit November 2001 Bestandteil von
Hockeyarenas.com.

Nicht jedes Wort 
der Kolumne sollte auf die Goldwaage gelegt werden. 
Zwar versucht die Sportbericht
-erstattung in Deutschland meistens zu implizieren, 
dass das über den Sport geschriebene Wort stocktrocken 
zu sein hat, aber Ausnahmen
bestätigen schließlich die Regel.

Viel Spaß mit der jeden Dienstag neuen Ausnahme,

das (stets diskussions-
freudige)
Hockeyarenas.com-
Team

Bernt
Pölling-Vocke,

bernty@aol.com
  
Björn Brehe,
bjoern2711@
aol.com
  

Vorherige Ausgaben von 2+2+10:

06.11.2001
13.11.2001
20.11.2001
27.11.2001
04.12.2001
11.12.2001
18.12.2001
02.01.2002
09.01.2002
16.01.2002
23.01.2002
30.01.2002
14.02.2002
20.02.2002
27.02.2002
13.03.2002
20.03.2002
29.03.2002
03.04.2002
11.04.2002
24.04.2002
03.05.2002
08.10.2002
15.10.2002
23.10.2002

30.10.2002
06.11.2002
13.11.2002
20.11.2002
27.11.2002
04.12.2002
11.12.2002
18.12.2002
08.01.2003
15.01.2003
22.01.2003

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeden Mittwoch neu!

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Mittwoch, 29.01.2003

43. Ausgabe

Möchte jemand einen Fernseher geschenkt haben ? Mittlerweile glaube ich, es ist besser, keinen zu haben.

1.Drittel:   Nein, ich ärgere mich diesmal nicht über das DSF, das uns gestern Köln gegen Düsseldorf vorenthielt. Am Sonntag Abend war es der Kuschelsender SAT.1, der mich zur Weißglut gebracht hat, aber dazu später mehr. Gestern hätte man theoretisch KEC – DEG auf dem DSF zeigen können, aber warum man das nicht gemacht hat, ist auch egal. Vielleicht weil die letzten zweieinhalb Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften ziemlich schlecht waren, vielleicht auch weil es ein vorgezogenes Spiel war. Zu meiner Überraschung war zu hören und zu lesen, dass die Partie gestern gut gewesen sein soll. Über die Stimmung streitet man sich noch, aber immerhin gab es sieben Tore, eine fliegende Wasserflasche von Mike Komma, die zu einer 5-3 Überzahl führte, in der das 3:2 fiel nach dem die DEG zweimal mit einem Tor führte und am Ende hat sich auch in der Tabelle etwas getan.

Köln dürfte jetzt den zweiten Tabellenplatz sicher haben, da der Abstand zu Mannheim und der DEG groß genug ist. Die Adler werden wahrscheinlich Dritter, da sie zwei Spiele weniger als die Düsseldorfer absolviert haben. Im direkten Vergleich waren die Rheinländer am Sonntag allerdings in einem harten, emotionalen, sehr unterhaltsamen Eishockeyspiel klar die bessere Mannschaft. Sehr gefreut hat mich, dass Thomas Martinec etwas auf die Fresse bekam. Ich habe mit Sicherheit nichts gegen Mannheim, aber sehr viel gegen Martinec. Er ist einfach ein Spieler, den ich wirklich zum kotzen finde. Auf der einen Seite teilt er immer wieder üble Fouls aus, auf der anderen lässt er sich gerne einmal fallen, um eine Strafe zu schinden. Ansonsten war Mike Rosati am Sonntag äußerst peinlich, aber allgemein haben sich die Adler aufgrund etlicher unnötiger Fouls ziemlich lächerlich gemacht. Trainer Bill Stewart, der mit Sicherheit nicht zimperlich ist, entschuldigte sich anschließend sogar für seine Spieler, was wirklich bemerkenswert ist. Grundsätzlich verstehe ich das absolute unfaire Verhalten einer so talentierten Mannschaft eigentlich nicht. Lässt man mal den Goalie außer acht, müssten die Adler hinter den Eisbären eigentlich rein vom Kader her souverän Zweiter sein. An Mike Rosati nagt allerdings nicht nur der Zahn der Zeit, der Zahn hat ihn fast schon aufgegessen. Jahrelang gehörte er zu den Topleuten in der DEL, mittlerweile ist er einer der drei schlechtesten Nr.1 Goalies der Liga. Wenn er sich zu den Playoffs nicht noch einmal deutlich steigert, was ich nicht glaube, wird kaum mehr als das Halbfinale drin sein.

2. Drittel:  Während die Kölner einen sehr ansehnlichen Lauf haben, bleiben die Ice Tigers das Team der Stunde. Wenn sie so weiter punkten, können sie sogar noch bis auf Rang 3 vorstoßen, auch wenn das alles anderes als einfach wird. Am Sonntag gewannen sie sogar in Krefeld, womit sie ihre Siegesserie nicht nur ausbauten, sondern zumindest Rang 5 für die Playoffs fast schon endgültig sicherten.

Siebenmal ohne einen Sieg in regulärer Spielzeit sind die Eisbären mittlerweile. Am Donnerstag in Köln trug Richard Shulmistra mit einer schwachen Leistung dazu bei, das man nur einen Punkt mitnehmen konnte. Am Sonntag konzentrierten sich die Berliner dann nach zehn Gegentoren aus zwei Spielern auf ihre Defensive und schon konnte Oliver Jonas einen Shutout feiern. Die Pause am nächsten Wochenende wird den Eisbären gut tun und ich bin überzeugt, dass sie in den restlichen Vorrundenspiele ihre Form für die Playoffs finden werden, um als klarer Titelaspirant Nr.1 in den Kampf um die Meisterschaft zu gehen.

Ansonsten hat sich am vergangenen Wochenende nicht allzu viel getan. In Iserlohn darf man noch ein ganz kleines bisschen auf die Playoffs hoffen, aber eigentlich sind die Würfel längst gefallen. Wer dann schließlich gegen wen spielt, ist noch ziemlich offen, was sich auch so schnell nicht ändern wird.

Am Sonntag werden wir mit zwei All Star Spielen beglückt. Ob das wirklich ein Grund ist, sich auf diesen Tag zu freuen, wage ich zu bezweifeln. Die deutschen Nationalspieler wollen sich gegen das DEL Auswahlteam sicherlich für die WM empfehlen, aber auf der anderen Seite wird man im Hinblick auf die Playoffs wahrscheinlich nicht 100% geben.

Das All Star Game der NHL wird, wie immer, ein mehr oder weniger lustiges Showlaufen. Für Ilya Kovalchuk und Alexei Kovalev ist das natürlich ein ganz besonderer Tag. Am Sonntag dürfen sie nämlich ihre unbestrittenen klar überdurchschnittlichen Fähigkeiten zeigen und die Defensive total vernachlässigen, wofür sie ansonsten zurecht kritisiert werden. Äußerst schade sind zwei Absagen von Spielern aus der Eastern Conference. Mit Mario Lemieux und Saku Koivu fehlen zwei der drei besten Center des Ostens. So steht Joe Thornton, der eine sehr starke Saison spielt, diesmal richtig im Mittelpunkt. Lemieux sagte wegen einer Verletzung ab, während Koivu eine seine gründlichen halbjährlichen Krebsnachuntersuchungen hat, was ebenfalls mehr als ein guter Grund ist. Weniger schade ist die Absage von Ed Belfour, der zwar nicht unverdient nominiert wurde, aber schon oft genug dabei war und durch sein Fehlen Platz für Patrick Lalime macht. Der war noch nie dabei, hat es aber nach den bisher gezeigten Leistungen auch absolut verdient. Gleiches gilt allerdings auch für Olli Jokinen, der seinen Landsmann Koivu ersetzt und für Vincent Lecavalier / Miroslav Satan, die anstatt Lemieux und Mats Sundin zum Einsatz kommen.

3.Drittel:  Wenn ich mir die letzten Ergebnisse der Atlanta Thrashers so anschaue, frage ich mich doch immer wieder, ob an Trainer Bob Hartley mehr dran ist, als ich dachte. Am Samstag war die Leistung seines Teams bei den New York Rangers auch wirklich respektabel. Die Defensive wirkte sicher, Pasi Nurminen war zwischen den Pfosten absolut fehlerfrei und vorne wirbelte Dany Heatley. Bei dem 0:2, gleichzeitig der zweite Treffer des jungen Kanadiers an diesem Nachmittag, wirkte die Rangers Abwehr inklusive Goalie Mike Dunham mehr als desorientiert. Wenn man im Madison Square Garden endlich wieder Eishockey Playoff Spiele sehen will, sollte man seinen Akteuren Drogenmissbrauch strengstens untersagen. Traurig aber wahr, und das obwohl Theo Fleury längst weg ist.

In Chicago hat man mit dem exzentrischen Außenstürmer auch manchmal recht wenig Freude. Wenn man um den Einzug in die Playoffs kämpft, sollte man sich auch einfach mal von Stripclubs fernhalten oder dort zumindest benehmen. Das scheint auch für weitere Spieler der Blackhawks nicht zu gelten. Lustigerweise setzte man weder Fleury, noch einen anderen Akteur ( Hallo Phil Housley ), auf die Tribüne. Nein, man reagierte anders. Normalerweise war geplant, nach dem Auswärtspiel bei den Canadiens in Montreal zu übernachten und dort am nächsten Tag noch zu trainieren. Nach der Partie trat man dann allerdings doch sofort die Heimreise an. Nicht nur bei Eishockeyspielern ist Montreal wegen seiner Vielzahl von guten Stripclubs bekannt und beliebt... .       

Richtig leid taten mir vor ein paar Tagen einmal wieder die Los Angeles Kings. Sie hatten in dieser Saison immense Verletzungsprobleme, können aber trotzdem in der starken Western Conference immer noch ein wenig auf die Playoffs hoffen. Dazu braucht man allerdings jeden möglichen Punkt und darf auf keinen Fall welche verschenken. Im Lokalderby bei den Anaheim Mighty Ducks lagen die Kings schnell 3:0 zurück, drehten dann das Spiel und führten 5:3, ehe sie in regulärer Spielzeit am Ende noch 6:5 verloren... .

Die Enten haben auf der anderen Seite so gute Chancen unter die ersten Acht im Westen zu kommen, wie lange nicht mehr. Chicago strauchelt und die konstant unkonstante Colorado Avalanche ist auch nie wirklich weit entfernt. Schon alleine des Emblems wegen mochte ich Anaheim nie besonders, aber trotzdem würde ich Jean - Sebastien Giguere, Paul Kariya, Petr Sykora und Co. zur Abwechslung gerne mal in den Playoffs sehen. Dafür verzichte ich gerne auf Patrick Roy, Joe Sakic und Co. Die haben auch schon wirklich genug erreicht. 

Ziemlich erfolgreich spielt Montreal seit Claude Julien das Traineramt übernahm. Man hat jetzt nicht mehr durchschnittlich 10-250 Torschüsse im Spiel weniger als der Gegner und in allen sechs Partien wurde unter ihm bisher gepunktet. Neun von zwölf möglichen Zählern holten die Habs unter ihm, was sie wieder auf einen Playoff Platz zurückbrachte. Einen Einstand nach Maß hatte Ex Goalie Jeff Hackett bei den Boston Bruins. Gleich im ersten Spiel gelang ihm ein Shutout, sein erster der Saison. Respekt !

Overtime:  Die SuperBowl Übertragung von Sat.1 war doch wirklich eine absolute Frechheit. Wenn man schon jeder Werbepause, die in Nordamerika gemacht wird, ausnutzt um selbst Werbung zu zeigen, sollte man die vielleicht an verschiedene Firmen verkaufen. Das war aber kaum der Fall. Manche Spots liefen in knapp fünf Stunden sicherlich über 30 Mal. Da wird dem hartgesottensten Football Fan irgendwann schlecht. Mich würde auch interessieren, was sich die Firmen dabei denken. Ich bin jedenfalls nicht gleich am Montag zum Autohändler gegangen und habe mir einen Polo gekauft, um in diesen eine Kiste Clausthaler zu packen, die ich dann wohl bei Burger King hätte austrinken sollen. Dort wäre Celine Dion übrigens besser aufgehoben. Gibt es eigentlich keine unterernährten US Amerikanerinnen, die den völlig übertriebenen Patrioten Scheiß mitmachen ? Muss man dazu eine Kanadierin holen, die nie allein am Meer spazieren gehen kann, weil sie bei Windstärke 5 wegfliegt ? 

Das Spiel war aber wenigstens gut. „Rich wurde zum Poor Gannon, weil er wahr zu häufig am pennen“, um es mal mit einem Reim auszudrücken. Ansonsten gibt es nur noch eines zu sagen: Von der Abwehr Tampa Bays würden Hans Zach, Michael Komma und einige andere Betonmischertrainer der DEL wohl heute noch träumen, wenn sie die Begegnung gesehen hätten. Naja, ich denke, ich behalte meinen Fernseher trotzdem doch lieber. Warum weiß ich nicht... Schlusssirene.

Absolute Spitze:  Ice Tigers Nürnberg, Mario Lemieux, Saku Koivu, Olli Jokinen, Patrick Lalime, Claude Julien, Bob Hartley, Jeff Hackett, Hermann Maier, Tampa Bay Buccaneers.

Schlechte Witze:   Colorado Avalanche, Chicago Blackhawks, New York Rangers, SuperBowl bei Sat.1, Celine Dion, Rich Gannon.



Kolumne geschrieben von:

Björn Brehe
bjoern2711@aol.com